Das Opel Vectra A 4×4 Turbo Verteilergetriebe

Das Verteilergetriebe wurde von der österreichischen Firma Steyr-Daimler-Puch Fahrzeugtechnik Ges.m.b.H. hergestellt.

  • Typbezeichnung AS-464
  • Übersetzung 3,694
  • Kraftübertragung 68 – 90NM an die Hinterachse

Das Funktionsprinzip des Verteilergetriebes

Das Drehmoment zur Hinterachse wird durch eine Hohlwelle, die mit dem Differenzial des Schaltgetriebe verbunden ist, zum Hypnoidgetriebe weitergeleitet. Hier wird das Drehmoment um 90° in Richtung Hinterachse umgelenkt.

Über das danachliegende Planetengetriebe mit Hohlrad, Planetenräder und Sonnenrad fliesst das Drehmoment zur Visco-Kupplung, das aussen mit der Kardanwelle verbunden ist.

Um das Hohlrad ist eine Lamellenkupplung angeordnet, deren Innenlamellen fest mit dem Hohlrad verbunden sind. Die Außenlamellen sind über eine Aussenverzahnung mit dem Gehäuse verbunden und drehen sich nicht. Ein hydraulischer Druckkolben presst bei anliegendem Servoöldruck das Lamellenpaket zusammen und hält das Hohlrad fest – der Allrad ist aktiv.

Ohne Servoöldruck schiebt eine Feder den Druckkolben zurück, die Lamellenkupplung gibt das Hohlrad frei und kann sich frei drehen – der Allrad ist nicht aktiv.

Die Entwicklungsstufen des Verteilergetriebes

Das Verteilergetriebe durchlief in seiner Entwicklung verschiedene Entwicklungsstufen.

Zuerst ohne Öltemperaturkontrolle gebaut, wurde das Verteilergetriebe ab Modelljahr 1992,5 mit einer Öltemperaturkontrolle (Pfeil im Bild rechts) ausgestattet. Diese ermöglicht eine Abkoppelung des Allradantriebs bei Öltemperaturen über 160°C durch Unterbrechung der Spannungszufuhr am Steuerventil. Das Fahrzeug fährt dann nur noch auf Vorderradantrieb.

Die Öltemperaturkontrolle übernahm zunächst ein zweipoliger Temperaturschalter (M18 x 1,5), ab Modelljahr 1994 ein einpoliger Temperatursensor (M10 x 1).

Das Verteilergetriebeöl

Im Verteilergetriebe kommt nur ein spezielles Opel Synthetiköl zum Einsatz, Pentosin ATM 01. Die Öl-Füllmenge im Verteilergetriebe beträgt ungefähr 0,6 Liter, jenachdem wieviel Öl beim Wechsel noch im VG verblieben ist.

  • Teilenummer: 90443530/1940703 -> Status: NML
  • ersetzt durch Teilenummer: 93165260/1940776
  • Ölfüllmenge ca. 0,6 Liter Flasche

Ursprünglich ist Opel von einer Lebensfüllung dieses Synthetiköls ausgegangen, d.h. es sollte kein Ölwechsel am Verteilergetriebe durchgeführt werden.


Es ist aber sehr ratsam das Öl regelmäßig auszutauschen, speziell beim Kauf eines Gebrauchtwagens. Anbei ein Bild wie es aussieht, wenn das Öl länger im Verteilergetriebe war.

Der Ölwechsel am Verteilergetriebe

Ablassen des Öls über die unten am Verteilergetriebe befindliche Schraube.

Standard-Werkstattvorschrift:

  • vor der Befüllung ist der Öltemperaturgeber herauszuschrauben
  • Auffüllen des frischen Öls über den Verteilergetriebe-Entlüftungsschlauch. Der Schlauch befindet sich typischerweise an der Spritzwand in der Nähe des Druckspeichers.
  • die Befüllung muss wegen dem sehr langsam fließenden Öl per Trichter erfolgen.

Praxistips:

  • alternativ zum Öltemperaturgeber kann auch die untere Schraube am Verteilegetriebehalter herausgeschraubt werden. Diese muss später mit Schraubenkleber versehen wieder eingesetzt werden.
  • die Ölflasche vor dem Einfüllen über den Entlüftungsschlauch im Wasserbad erwärmen, damit das Öl schneller durch den dünnen Schlauch hineinläuft.

Abschleppen und Prüfstand

Wenn das Fahrzeug abgeschleppt werden soll, muss die Sicherung F19 entfernt werden.

Dadurch wird der Allradantrieb komplett abgeschaltet. Gleiches Prozedere gilt auch bei Rollenprüfständen.